Highspeed-Menschen
Internet ist schnell. Also, ich meine jetzt
verdammt schnell. So schnell, dass diese
Weh- Weh- Weh- Welt manchmal sogar die eigenen Bedürfnisse und Gefühle zentrifugal erscheinen lässt und einem im wahrsten Wortsinn das
„HÖREN & SEHEN“ vergeht. Schon allein beim mitlesen.
Ich höre & sehe gerne!
Man hat nicht nur täglich eine andere Meinung, man erfindet sich sogar ständig selbst neu. Der Zeitpunkt, zu dem man sich gegen diese Schnelligkeit oder für ein Durchatmen entscheidet, sollte gut gewählt sein. Nützt auch nix, wenn man überall ein
"Ich bin raus", hintippt, es aber nicht packt und sich durch permanentes präsent sein selbst lügen straft. Ganz peinliche Nummer das. Genauso, wie ein vor der Tür stehen und ständig durchs Fenster schauen.
Die Tür steht ja auf, warum sich also die Nase plattdrücken? Komm doch rein!
Aber so ist Internet: Man kann so
schönschreiben, was man machen möchte, geschehen muss das aber noch lange nicht. Es steht da und heult. Arme Worte.
Also:
man nimmt mir übel, dass ich mich gegen die ein-oder andere "Site" entscheide um wieder ein bisschen mehr Luft zu bekommen,
"rein, ins Leben" kann nur, wer da raus geht, denn wer sich im Internet bewegt, sitzt! Zum stillsitzen bin ich aber nicht gebaut :-)
Konflikte? Nein. Eher ein "aus dem Weg gehen". Einen Weg frei machen würde auch passen, das war's aber nicht.
Wo war ich noch? Ach ja, „hören & sehen“, bestenfalls spüren ...
"...Vielleicht ein wenig Sand zwischen den Zehen, den Wind im Haar, Salz auf meiner Haut und einen Menschen neben mir... Glück!"
DAS wäre echt gewesen. Geschrieben liest es sich ja schon sehr schön. Aber mit dem Schreiben ist das so eine Sache.
Ich liebe Briefe.
Tinte,
handgeschrieben,
Zeitgeschenk.
Aber!
Diese dümpeln als Boten so vor sich hin, angefüllt mit etwas, das sich nicht mehr löschen, überschreiben, oder irgendwo nachlesen lässt. Die meisten aber vergessen, wenn sie sich auf ein "Briefschreiben" einlassen, dass so etwas nicht virtuell ist und mitunter schon einmal etwas ernster genommen wird. Macht nicht jeder, weiß ich, aber ich handhabe das so.
Es kann auch sein, dass man etwas der Post anvertraut und sich überhaupt nicht darüber im klaren ist, dass da eine Meinung auf dem Weg über'n Teich ist, die sich innerhalb kürzester Zeit zigmal ändern kann. Darüber sollte man nachdenken.
Einmal revidieren,
zweimal revidieren,
dreimal revidieren.
Ist wie radieren!
Es leidet das Papier
auf dem du schreibst!
Nicht die Worte.
Ich habe also auch aufgegeben. Ich habe einige Briefe aufgegeben, ich habe ein Interesse aufgegeben, ich habe sogar einen Menschen aufgegeben. Und das alles sehr real. Und ich habe gelernt, dass Menschen, welche zur Unterhaltungssoftware mutiert sind, sich nur selten dechiffrieren lassen. Wobei es mit der Konvertierung gut klappt;
von einer Meinung zur nächsten, dann doch wieder anders. Oder vielleicht doch so. Aber so meinte ich das doch gar nicht...
Heute sieht das SO aus! Punkt! Damit hast du zu leben! Habe ich das? Leben? Oder reden wir von Text? Zumal es sich gleich mehrere Menschen in meinem Umfeld zum Hobby machen, mir gegenüber gleich mehrmals innerhalb kürzester Zeit ihre Meinung zu ändern.
Mann sieht mich verwirrt!
Aus diesem Grund schrieb ich von Entscheidungen. Aus diesem Graund habe ich viel
klar[es] gesehen in den letzten Wochen. Mal wieder.
An mir, in anderen, bei Wiederholungen. Denn es wiederholt sich alles. Mittlerweile tauschen nicht einmal die Protagonisten und die Bühne übrigens auch nicht. Ich habe das "Theater" verlassen ...
Und hinter der Kulisse wird getuschelt.
Du musst wissen, dass es zum Deinerseits auch oft ein Meinerseits gibt. Während Deinerseits glücklich über den Zustand sein- und sich über Erreichtes freuen sollte, hat Meinerseits eine Menge gelernt. Über Briefe, über Hinhören, Sand zwischen den Zehen und das Glück. Und über Drehbücher, Dramen und Lustspiele.
Und das befehlsgewaltige Machtwort des Regisseurs.
Ist man jemandem Rechenschaft schuldig, der selbst innerhalb einer Woche seine komplette Einstellung schon allein zu dieser Sache dreimal ändert? Was war man diesem Menschen dann? Wunscherfüller? Mittel zum Zweck? Woher kommen auf einmal diese vielen Kondensstreifen? Die Lichtgeschwindigkeit? Man hat ja schon noch ein paar Fragen, und merkt, dass der Mantel des Schweigens nicht gerade kleidet. Im Gegenteil, der SchweigeMantel macht "nackt". Man sagt ja nicht umsonst "keine Antwort IST auch eine Antwort". Wärmen wird er übrigens auch nicht.
Erst recht nicht den, der ihn trägt.
Schon allein aus diesem Grunde wähle ich meine Kleidung, mein Briefpapier und meine Worte selbst.
Nein, keine Rechenschaft.
Also, ich habe Briefe geschrieben. So etwas mache ich sehr bewusst und mit einer großen Sicherheit, denn sie sollen ja noch aktuell sein, wenn sie "ankommen". Früher habe ich den Menschen auch immer geschrieben was sie hören wollten. Heute schreibe ich, was ich sagen möchte.
"Meinung gefällig?"
In meinem Fall kann sie auch nicht vom Internet überholt werden, auch nicht von einer neuen Meinung. Nicht einmal vom Leben.
Grüße in die
"Oberflächenwelt", von einer, die es wissen muss.
Vor dem Vorhang.
Ich will Toskana.